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Online Shop Produktion ins Ausland auslagern

Bist du eventuell gerade dabei, einen Onlineshop aufzubauen? Oder hast du bereits einen? – Dann hast du sicher schon mal darüber nachgedacht, deine Produktion ins Ausland z.B. nach Indien zu verlagern.

Aber warum ist das so? Warum denken so viele darüber nach, die Produktion ihrer Ware auszulagern? Auch viele Shopware Shopbetreiber verlagern Ihre Produktion ins Ausland. Vielleicht ja nur, weil sie zu faul sind, sich selbst um alles zu kümmern? Und was ist überhaupt der richtige Fachbegriff für diese Auslagerung?

Eins vorweg: Es liegt garantiert nicht daran, das sie zu faul sind, denn alleine die Auslagerung der Produktion verlangt viel organisatorische und strategische Planung.

Im Folgenden kannst du viel darüber erfahren, was Vor- und Nachteile für die Auslagerung sind Aber lass uns zunächst einmal die beiden Begriffe Outsourcing und Offshoring klären. Diese beiden Begriffe werden nämlich häufig verwechselt oder in Zusammenhang erwähnt..

Bezeichnungsdefinition: Offshoring oder Outsourcing

Oft sagen wir, wenn wir arbeiten, auslagern einfach „Outsourcing“ dazu. Hier nennen auch viele die Auslagerung der Produktion in andere Länder. Durchaus kann man das so nennen. Allerdings ist diese Definition nicht 100% korrekt.

Outsourcing Begriffsdefinition: In der Ökonomie wird Outsourcing als die Abgabe von Unternehmensaufgaben und -strukturen an externe Dienstleister bezeichnet.

Offshoring Begriffsdefinition: Auslagerung von Unternehmensaufgaben ins Ausland. Grund für Offshoring sind meist günstigere Abwicklungen als im Inland. Wir sprechen hier in diesem Beitrag also über das Offshoring.

Soweit so klar, oder? Aber immer wieder hört man davon, dass Produktionen im Ausland scheitern. Ob hier schlichtweg die auftraggebenden Unternehmen schuld sind und wobei meist die Probleme entstehen, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Probleme bei der Auslagerung der Produktion

Wie eben bereits erwähnt, scheitern globale Kooperationen zwecks der Produktion häufig. So berichtete beispielsweise die Swissinfo im Jahr 2017, das Dutzende US-amerikanische und europäische Unternehmen ihre Produktion wieder zurück ins eigene Land oder in ein Nachbarland holten.

Hier nun eine Auflistung der Gründe, weshalb Unternehmen die Produktion wieder zurückholten:

  1. Bei der Auslagerung ist der Hauptgrund „Niedrige Löhne“. – Diese steigen häufig aber auch in den vermeintlich „günstigen“ Ländern. Wenn dann auch noch die Zoll und Versandkosten hinzugerechnet werden, so rechnen sich die günstigeren Arbeitslöhne sehr schnell nicht mehr.
  2. Hohe Qualitätsansprüche, welche im Produktionsland einfach anders aussehen.
  3. Absprachen sind durch Sprachbarrieren oft schwierig und durch Zeitverschiebungen langwierig.
  4. Zu lange Lieferzeiten hierdurch kann auf Engpässe nur schwer reagiert werden. Gütesiegel. Wer liest es nicht gerne? >Made in Germany< oder >Made in USA< … währenddessen spricht >Made in India< oder >Made in China< oft für mangelhafte Qualität .
  5. Kontrollverlust: Du möchtest, dass deine Ware unter fairen Bedingungen produziert wird? Aufgrund der hohen Distanz ist es nur schwer, hier die Kontrolle zu bewahren.
  6. Abhängigkeit: Lagerst du zu viel aus, kannst du deinen Dienstleistern gegenüber eine Abhängigkeit entwickeln. Das kann deine internen Prozesse gefährden.
  7. Datenschutz: Du hast bestimmte Prozesse, welche nicht an die Öffentlichkeit geraten sollen? Wenn du Offshoring betreibst, schmälerst du deine Sicherheit des Datenschutzes. Wie sagt man so schön „Andere Länder, andere Sitten“. Eventuell haben die Menschen vor Ort es nicht so mit Datenschutz. Sei dir also bewusst, welche Informationen du zur Not auch preisgeben kannst und willst.
  8. Dieser Punkt ist kein Problem für die Auslagerung, jedoch ein wichtiger sozialer Aspekt. Je mehr Prozesse und Produktionen von Firmen ins Ausland abgegeben werden, desto mehr Arbeitsplätze und Innovationen fehlen im eigenen Land. So leidet die Wirtschaft unseres Landes.

Das war nun eine kleine Auflistung an Problemen, die auftreten könnten. Allerdings gibt es natürlich nicht nur Probleme beim Offshoring. Was spricht also dafür?

Pros für die Auslagerung

Globale Kooperationen können auch gut gehen. Nicht nur das, wenn du es richtig machst, kannst du es eventuell sogar als positives Marketing für dich nutzen. In der folgenden Auflistung findest du einige Anregungen.

  1. Internationale Arbeitnehmer unterstützen: Zahlst du faire Löhne? Beispielsweise der deutsche Mindestlohn ist in Ländern wie Indien ein SEHR gutes Gehalt. So kannst du die einheimischen Unterstützen und für unsere Verhältnisse immer noch günstig produzieren.
  2. Kosten reduzieren: Nicht nur die Löhne, auch die Mieten und der Strom sind im Ausland häufig günstiger. Du kannst hier viel Geld sparen.
  3. Marktpotenzial steigern: Erschließe neue Märkte durch deine internationale Ausrichtung.
  4. Qualitätssteigerung: Kombiniere das internationale wissen und lasse so neue Prozesse und Strategien entstehen.
  5. Verbraucherpreise senken: Sei nicht gierig! Du hast weniger kosten? – Lass auch deine Preise etwas sinken. So können sich mehr Menschen deine Produkte leisten.

Diese Punkte sprechen also für die Auslagerung. Im Punkt davor haben wir dir Themen aufgelistet, welche die Auslagerung erschweren können. Nun kommen wie aber zu den Kontras! Es gibt nämlich neben den Problemchen auch Punkte, die wirklich massiv gegen Offshoring sprechen können.

Kontras der Auslagerung

Wie oben schon erwähnt „Andere Länder, andere Sitten“. Es gibt durchaus auch Gründe, die nicht nur Probleme beim Offshoring darstellen, sondern wirklich Gründe gegen das Offshoring sind. Lies dir die nachfolgende Auflistung durch und überlege selbst, was für dich wichtige Punkte dagegen wären.

  1. Negativ Beispiel China. Der Staat hat in allen Prozessen Augen und Finger mit drin. Du hast keinen Datenschutz vor dem chinesischen Staat. Korruption ist an der Tagesordnung.
  2. Eine „nicht westliche“ Arbeitsphilosophie
  3. Häufig gibt es nur eine mangelnde Dialogbereitschaft.
  4. Qualität: Durchaus kannst du sicherlich mit genauen Vorgaben die Qualität auf unserem Niveau halten. Aber es ist eine höhere Kontrolle der Ware notwendig. Viele Unternehmen berichten, dass sich die Qualität auf Dauer nicht hält und jedes Mal aufs Neue darauf hingewiesen werden muss.
  5. Datenschutz in einem anderen Sinne: Ideenklau, Industriespionage. Viele Firmen, die outsourcten, haben Erfahrungen damit gemacht, wie ihre Produkte dreist kopiert wurden. Vertrauliche Blaupausen (oft auch staatlich unterstützt) analysiert wurden. Mit dem Ziel, selbst in diesen Bereichen einzusteigen.
  6. Nicht unbedingt ein Kontra, aber ein wichtiger Punkt, den es zu beachten gibt: Verantwortung. Eventuell möchtest du deinen Shop damit identifizieren, besonders umweltfreundlich zu sein. Indien, China, Südamerika und viele andere der typischen Offshoring-Länder sind jedoch alles andere als umweltfreundlich. Der Schmutz und Abfall wird hier nicht anständig entsorgt und ist hierdurch auch Schuld für die globale Umweltverschmutzung. Außerdem hast du jedem Menschen gegenüber, der mit deinen Produkten zu tun hat, eine Verantwortung.

Selbstverständlich gibt es auch andere Beispiele und Unternehmen, welche ohne Probleme Offshoring betreiben. Diese Kontras müssen nicht zwangsläufig eintreffen, aber das Risiko besteht. Wenn du aber dennoch auf die Suche nach dem passenden Offshore Unternehmen für deine Produkte gehen willst, erklären wir dir nachfolgend, wo du solche finden kannst.

Wo finde ich Produzenten im Ausland?

Produzenten wollen meist gefunden werden. Deshalb sind sie bei verschiedenen Online- Datenbanken gelistet. Folgende Datenbanken kannst du für die Suche nutzen:

Du kannst auch auf Fachmessen gehen, um Produzenten zu finden.
Hier findest du Termine für Fachmessen: Messe-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, expodatabase.com

Aber wie bei allem anderen auch, ist es am besten, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Diese Menschen haben vielleicht schon Erfahrungen und können dich direkt an einen Produzenten verweisen.

Ein Unternehmen, welches erfolgreich in China produziert

Bei all den Kontras, gibt es natürlich trotzdem Unternehmen, welche erfolgreich im Ausland produzieren. Bei Shopify habe ich einen interessanten Artikel gefunden. Ein Interview mit den Gründern von Talmo. Die beiden lassen Ihre Ware von Anfang an in China produzieren und das erfolgreich. In dem Interview erzählen sie von Ihren Erfahrungen und geben ein paar Tipps.

Wenn das für dich interessant klingt, lies dir den Artikel gerne durch: https://www.shopify.de/blog/produzieren-in-china

Fazit lohnt sich die Auslagerung wirklich?

Das muss letztendlich jeder Unternehmer persönlich entscheiden. Allerdings muss gesagt sein: Auch in den typischen Offshoring-Ländern steigen die Gehälter. Man muss viel mehr in Betracht ziehen als einzig die Kosten für die Produktion. Des Weiteren gehört sehr viel Planung dazu.

Im Großen und Ganzen, ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Ehrlicherweise muss gesagt sein, das Offshoring eine interessante und wichtige Möglichkeit der Gewinnmaximierung ist.